Initiative für den Kölner Dom
Das Domkapitel plant Eintrittsgebühren für den Kölner Dom. Wir glauben: Das ist nicht alternativlos. Und wir wollen den Beweis antreten – mit Ihnen.
Der Kölner Dom soll künftig Eintritt kosten. Das Domkapitel hat angekündigt, in der zweiten Jahreshälfte 2026 eine touristische Besichtigungsgebühr einzuführen. Die Begründung: Die laufenden Kosten von rund 16 Millionen Euro jährlich seien nicht mehr zu decken, die Rücklagen erschöpft. Die Finanzierungslücke im Jahr 2024 betrug rund 240.000 Euro. Der Schritt sei alternativlos.
Wir sind überzeugt: Das ist er nicht. Und wir wollen den Beweis antreten.
Es geht um einige hunderttausend Euro im Jahr. Das klingt nach viel – und ist doch lösbar, wenn genügend Menschen zusammenstehen. Wenn sich rund 3.500 Personen bereit erklären, dem Zentral-Dombau-Verein beizutreten oder ihren bestehenden Beitrag zu erhöhen, ist die Finanzierungslücke des Jahres 2024 geschlossen. Ohne Eintrittsgebühren. Ohne Bezahlschranke. Ohne Schaden für den Dom und die Kirche.
Unsere Verpflichtung als Unterzeichner
Wer noch nicht Mitglied im Zentral-Dombau-Verein ist, tritt bei – mit einem empfohlenen Jahresbeitrag von mindestens 60 Euro (bzw. 5 Euro monatlich).
Wer bereits Mitglied ist, erhöht seinen Beitrag um den angegebenen Betrag.
Im Gegenzug gilt: Sobald der Kölner Dom nicht mehr kostenfrei zugänglich sein sollte, kündigen wir unsere Mitgliedschaft bzw. reduzieren unseren Beitrag wieder.
Das ist kein Protest. Das ist ein Angebot. Wir sagen nicht „Liebes Domkapitel, das dürft Ihr nicht!“ Wir sagen: „Wir helfen Euch, damit Ihr es nicht müsst!“
Der Kölner Dom ist mehr als eine Sehenswürdigkeit. Er ist ein Ort des Glaubens, ein Weltkulturerbe und ein Versprechen: Jeder Mensch ist hier willkommen – ungeachtet seiner Herkunft, seines Glaubens, seines Geldbeutels. Für viele Menschen bedeutet „in den Dom gehen“ so etwas wie „nach Hause kommen“. Eine Eintrittskasse am Portal zerstört dieses Versprechen.
Offene, frei zugängliche Kirchen sind ein Gut, das man nicht hoch genug schätzen kann. Sie zeigen, dass die Kirche da ist – für Gläubige und Zweifelnde, für Suchende und Staunende, für alle, die vielleicht zum ersten Mal eine Kirche betreten. Gerade in einer Zeit, in der die Kirche um Vertrauen und Relevanz ringt, wäre es ein fatales Signal, ausgerechnet das Tor einer so bedeutenden Kathedrale nur noch gegen Bezahlung zu öffnen.
Eintrittsgebühren machen Orte museal. Der Kölner Dom aber ist kein Museum – er ist ein lebendiger Ort der Glaubensausübung. Das muss auch für Touristen und Besucher spürbar bleiben. Mehr noch: Die Unterscheidung zwischen Touristen und Gläubigen ist nicht sinnvoll. Idealerweise gehen Menschen, die den Dom als Touristen betreten haben, mit dem Eindruck von etwas Größerem wieder hinaus – berührt, nachdenklich, vielleicht sogar im Gebet. Genau das wird durch Niedrigschwelligkeit befördert. Eine Eintrittsgebühr hingegen ist eine zusätzliche Hürde, die vielen Menschen den zuvor möglicherweise ungeahnten kulturellen und spirituellen Schatz des Doms verschließt.
Das Domkapitel verweist darauf, dass anderswo Eintrittsgebühren üblich seien. Doch wo es sie gibt, sind sie bestenfalls ein notwendiges Übel. In Italien und Frankreich sind Kirchen in aller Regel frei zugänglich – obwohl es dort keine Kirchensteuer gibt. Selbst nach der Brandkatastrophe von Notre Dame und einem überaus kostspieligen Wiederaufbau hat man sich in Paris bewusst gegen Eintrittsgelder entschieden. Warum ausgerechnet der Kölner Dom, der durch den Zentral-Dombau-Verein, das Land Nordrhein-Westfalen und durch Kirchensteuermittel bezuschusst wird, diesen Weg gehen soll, ist vor diesem Hintergrund schlicht nicht zu rechtfertigen.
Zwar soll garantiert sein, dass einzelne Bereiche des Doms jederzeit kostenfrei zum Gebet oder zum Entzünden einer Kerze geöffnet bleiben sollen. Doch es ist schwer vorstellbar, wie das in der Praxis funktionieren soll. Entweder bleibt diese Möglichkeit eine Information für Eingeweihte – dann ist sie nichts wert und man kann sie sich ebenso gut sparen. Oder aber sie wird offen und prominent angekündigt – dann ist kaum zu vermeiden, dass Touristen die Eintrittsgebühr umgehen, indem sie vorgeben, zum Beten in den Dom zu wollen. Ob unter diesen Umständen – zumal mit Schranken und Absperrungen – noch eine würdige Andacht möglich ist, wagen wir zu bezweifeln. Zum Erlebnis des Doms gehört essenziell auch der Raum, den man sich durch die Bewegung darin erschließen muss. Sollte dies durch getrennte Bereiche für Andacht und Tourismus nicht mehr möglich sein, leidet beides darunter – das Gebet wie der Besuch.
Der materielle und immaterielle Schaden, den eine Eintrittsgebühr anrichtet – an der Glaubwürdigkeit der Kirche, an ihrer Offenheit, an der Willkommenskultur des Doms –, wäre ungleich größer als jeder finanzielle Gewinn.
Wir sind der Überzeugung, dass die Kirche gerade in diesen Zeiten Offenheit zeigen muss – im wörtlichsten Sinne.
Der ZDV setzt sich seit 1842 für den Erhalt des Kölner Doms ein. Er ist die älteste und beständigste Bürgerinitiative für den Dom. Eine Mitgliedschaft dort ist kein Almosen, sondern ein Bekenntnis: Dieser Dom gehört uns allen, und wir übernehmen Verantwortung für ihn.
„Alternativlosigkeit“ ist in aller Regel ein Ausweis dafür, dass man sich nicht genügend um Alternativen bemüht hat. Mit dieser Aktion treten wir den Gegenbeweis an: Wir zeigen, dass es Menschen gibt, die bereit sind, für einen offenen Dom einzustehen – nicht nur mit Worten, sondern mit einem dauerhaften Beitrag. Das geschieht im ausdrücklichen und aufrichtigen Respekt vor allen, die sich tagtäglich um den Betrieb und Erhalt dieser gewaltigen Kathedrale bemühen – denn dass dies ein Kraftakt ist, steht außer Frage. Umso mehr sehen wir es als unsere Aufgabe, ihnen dabei zu helfen, statt nur Forderungen zu stellen.
Wenn Sie möchten, dass der Kölner Dom bleibt, was er seit Jahrhunderten ist – ein Ort für alle –, dann schließen Sie sich an.
Mit Ihrer Unterschrift erklären Sie Ihre Bereitschaft zu einer Mitgliedschaft im Zentral-Dombau-Verein oder zur Erhöhung Ihres Beitrags, so lange der Kölner Dom für Besucher kostenlos zugänglich bliebt.